Die Stromversorgung in der aktuellen Energiekrise

Energiekrise

Die Stromversorgung in der Energiekrise

Neben den Heizkosten sehen wir aktuell einen starken Anstieg der Strompreise. Was dies für die Verbraucher bedeutet und wie es dazu kommt möchten wir Ihnen hier aufzeigen.

Was auf Verbraucher genau zukommt ist derzeit schwer abzuschätzen und abhängig davon wie lange und stark der Anstieg und die große Nachfrage an den Märkten anhält. Die Stadtwerke Schlitz rechnen zum Jahreswechsel mit mindestens 40% Preissteigerung. Da Steuern, Abgaben und die weitere Entwicklung noch nicht gänzlich absehbar sind, kann sich dies jedoch noch ändern. Wir werden Sie in jedem Fall rechtzeitig und transparent informieren.

Die Stadtwerke Schlitz fordern die Verbraucher auf, sparsam mit dem Einsatz von Energie umzugehen. Insbesondere in den kommenden Monaten lassen sich durch Einsparungen die Kosten am besten senken.

Energiespartipps finden Sie auf der Homepage der Stadtwerke Schlitz. 


Im Folgenden einige Frage zur derzeitigen Situation:

  • Was bedeutet die Kostensteigerung zum Jahreswechsel in Euro?

    Die Stadtwerke Schlitz gehen derzeit davon aus, dass die Strompreise zum Jahreswechsel um mindestens 40 Prozent steigen könnten. Mit Sicherheit lässt sich dies aber jetzt noch nicht sagen.

    Für einen Standard Haushalt mit 3.600 kWh und momentanen Kosten von ca. 1.100 Euro würde das eine Preissteigerung um ca. 450 Euro bedeuten. Umgerechnet ca. 40 Euro mehr im Monat.

    Eine vierköpfige Familie liegt bei etwa 6.000 kWh und bisher ca. 1.800 Euro. Hier würden die Mehrkosten im Jahr rund 700 Euro betragen. Es müssten also ca. 60 Euro mehr pro Monat eingeplant werden.

    Über die genauen Preissteigerungen werden die Stadtwerke Schlitz schnellstmöglich informieren.

  • Wie steigen die Preise im aktuellen Jahr?

    An den Großhandelsmärkten steigen die Preise bereits seit über einem Jahr drastisch. Bereits vor dem Ukraine-Krieg war das Preisniveau sehr hoch. Die Stadtwerke Schlitz decken die Mengen für Ihre Bestandskunden langfristig ein und geben die Konditionen fair weiter. Im aktuellen Jahr bleiben die Preise voraussichtlich stabil. Durch die Senkung der EEG-Umlage, die auch weitergegeben wird, sinken die Preise im laufenden Jahr sogar etwas. Auch für die weiteren Jahre können Preissteigerungen durch langfristen Einkauf abgemildert werden. Über die Preissteigerungen im nächsten Jahr werden die Stadtwerke Schlitz schnellstmöglich informieren.

  • Wie entstehen die Strompreise für Verbraucher?

    Haushaltskunden haben bei den Stadtwerken Schlitz durch vorausschauenden Einkauf andere Preisstrukturen als am Großhandelsmarkt. So werden Risiken für Haushaltskunden minimiert und ein stabiles Preisniveau geschaffen. Diese Preise enthalten den Preis für die Energie, aber auch Steuern, Abgaben und Infrastrukturkosten für die Netze. Der reine Energiepreisanteil hat sich am Großhandelsmarkt mittlerweile vervielfacht und steigt täglich weiter. Das trifft die Verbraucher aber nicht sofort, da die Stadtwerke immer nur kleine Teile kaufen, der Endkunde zahlt einen fairen Durchschnittspreis. Bei langanhaltenden Preissteigerungen kommt dieses Preisniveau jedoch immer stärker auch bei den Haushaltskunden an.

  • Warum wird der Strom an den Märkten so viel teurer?

    Die Preise an den Handelsmärkten für Strom hängen von den Preisen für Kohle, Öl und Gas ab. Insbesondere Gas spielt hier eine große Rolle. Durch den Wegfall von russischem Pipelinegas und die weltweit angespannte Energielage sind die Preise exorbitant gestiegen. Dadurch werden auch andere Energieträger teurer, die grundlastfähig und eine Alternative zum Gas sind, wie beispielsweise Steinkohle. Das führt im nächsten Schritt dazu, dass auch CO2-Emmissionszertifikate teurer werden, die ebenfalls preisbestimmend für Strom sind. Die Situation ist also bei allen Energieträgern gleichzeitig äußerst angespannt.

  • Die Rolle von Gas in der Stromproduktion

    Durch das aktuelle Strommarktdesign werden immer zuerst die günstigsten Kraftwerke zugeschaltet. Das letzte notwendige Kraftwerk zur Deckung der Nachfrage bestimmt dann den Preis, der dann für alle gilt. Dies sind heutzutage die Gaskraftwerke, da diese kurzfristig und gezielt einspringen können und so für ca. 20% der Erzeugung zuständig sind. Die Betreiber von Erneuerbaren Energien, die günstig zu produzieren sind, profitieren dann von hohen Preisen die für die Erzeugung letztlich gezahlt werden.

  • Ließen sich Preissteigerungen vermeiden?

    Durch die hohe Abhängigkeit von russischen Pipelinegas lassen sich Preissteigerungen kaum vermeiden. Nur eine Risikostreuung der Energiebezüge kann hier für die Zukunft weiterhelfen. Aktuell helfen nur Energieeffizienz und Sparmaßnahmen, um die Kostensteigerungen abzudämpfen. Eine Deckelung der Preise kann auch nur bedingt Abhilfe schaffen, denn die Preise an den Märkten müssen von irgendjemanden gezahlt werden. Wenn Haushalte geschützt werden, bleibt nur die Industrie. Dies würde wiederrum zu höheren Produktpreisen führen, sodass die Kosten letztlich beim Kunden ankommen.

  • Wie lange werden die Strompreise steigen?

    Die Stadtwerke Schlitz hoffen mit einer Diversifikation der Energiebezüge auf eine Entspannung der Lage. Momentan fehlt es an schnellen Bezugsalternativen für russisches Pipeline-Gas. Alternativen sind jedoch am Weltmarkt vorhanden und können entwickelt werden. Diese sind zwar eventuell teurer, bewegen sich jedoch nicht auf dem derzeitigen exorbitanten Preisniveau. Bei einer Entspannung der Gaspreise, ist auch mit einer Entspannung bei den Strompreisen zu rechnen. Die Stadtwerke werden diese dann selbstverständlich an die Kunden weiterreichen.

  • Würde es Sinn machen mit Strom zu heizen?

    Mit Strom zu heizen ist deutlich teurer als mit Gas zu heizen – auch bei steigenden Preisen sind die Kosten doppelt so hoch. Auch energetisch ist das völlig ineffizient, da bereits Gas zur Stromerzeugung verbrannt wurde. Deshalb ist das Heizen mit Gas energetisch und finanziell deutlich sinnvoller. Bei einem Gasmangel wäre zudem fraglich, in wie weit Haushalte dann überhaupt betroffen wären.

  • Besteht die Gefahr von Stromausfällen?

    Dadurch das Deutschland aktuell Kohlekraftwerke aus der Reserve holt, sollte es nicht zu einem Kapazitätsproblem kommen – Engpässen wird so vorgebeugt. Die Stromnetze werden vor allem durch gleichzeitige Lasten besonders beansprucht. Dies wäre beispielsweise bei einer Kältewelle der Fall. Aber auch dann nur, wenn gleichzeitig von vielen mit Strom geheizt würde. Da dies finanziell und energetisch keinen Sinn macht, sehen die Stadtwerke aktuell nicht die Gefahr von Blackouts. Die Bundesnetzagentur führt hierzu derzeit eine Stresstest-Simulation durch. Das ist nichts ungewöhnliches und ein normaler Vorgang. Wir sind zuversichtlich, dass dieser Test positiv verlaufen wird. Für künftige Heiztechnologien ist die Belastung der Stromnetze jedoch unbedingt mitzudenken.